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Recycling & Technologie

Welche Kunststoffe können recycelt werden?

Bunte Kunststoffabfälle und ein Recyclingsymbol veranschaulichen Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft

OCEAN MATERIAL | 19. JULI 2024 | 15 MINUTEN

Inhaltsverzeichnis

  1. Kunststoffrecycling verstehen
  2. Welche Kunststoffarten sind recycelbar?
  3. Die Kunststoffcodes 1–7 im Überblick

Plastikverschmutzung ist eines unserer dringendsten Umweltprobleme und hat verheerende Folgen für den Planeten. Jedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Kunststoffabfälle in Meere, Flüsse und Landschaften und schädigen Tiere und Ökosysteme. Ein norwegischer Regierungsbericht (2016–2017) verweist auf einen UN-Bericht von 2001: Darin wurde geschätzt, dass jährlich rund 100.000 Meeressäuger und eine Million Seevögel durch Meeresmüll verletzt oder getötet wurden. Es handelt sich um eine historische Schätzung, nicht um eine aktuelle jährliche Zählung.

Das Problem beginnt an Land, wo unzureichende Abfallwirtschaft und achtlose Entsorgung dazu führen, dass Kunststoffabfälle in Gewässer gelangen. Im Meer können Kunststoffe Hunderte Jahre bestehen bleiben und in kleinere Partikel, sogenanntes Mikroplastik, zerfallen. Meereslebewesen nehmen diese Partikel auf; so gelangen sie in die Nahrungskette und beeinflussen letztlich auch die menschliche Gesundheit.

Die sichtbare Verschmutzung ist nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Oberfläche setzen Kunststoffe giftige Chemikalien frei, die biologische Prozesse bei Tieren und Menschen stören können. Die weit verbreitete Verschmutzung bedroht außerdem Tourismus, Fischerei und andere Branchen, die auf saubere, gesunde Meere und Naturräume angewiesen sind.

Die Geschichte muss jedoch nicht in Hoffnungslosigkeit enden. Kunststoffrecycling ist ein wirkungsvolles Mittel gegen diese Krise. Durch die Wiederaufbereitung können wir die Abfallmenge verringern, natürliche Ressourcen schonen und eine nachhaltigere Zukunft gestalten. Dieser Artikel erklärt, welche Kunststoffe recycelt werden können und wie Sie dazu beitragen können.

Kunststoffrecycling verstehen

Recycling wandelt Abfälle in neue Produkte um. Dadurch sinkt der Bedarf an Primärrohstoffen und die Umweltbelastung wird verringert. Für Kunststoffe ist dies besonders wichtig: Sie sind im Alltag allgegenwärtig, verursachen bei unsachgemäßer Entsorgung aber erhebliche Umweltprobleme.

Kunststoffrecycling umfasst mehrere Schritte, um aus ausrangierten Gegenständen wieder nutzbare Materialien zu machen:

  1. Sammlung: Recycelbare Gegenstände werden aus Haushalten, Unternehmen und Industrie gesammelt, beispielsweise über haushaltsnahe Abholung und Sammelstellen.
  2. Sortierung: Anschließend werden sie nach Kunststoffart und Farbe sortiert. Moderne Anlagen nutzen optische Sortierung und künstliche Intelligenz, um unterschiedliche Arten effizient zu trennen.
  3. Reinigung: Die sortierten Materialien werden gereinigt, um Rückstände, Etiketten und Klebstoffe zu entfernen und die Materialqualität sicherzustellen.
  4. Zerkleinerung: Saubere Gegenstände werden in kleine Stücke zerkleinert, die leichter zu handhaben und zu verarbeiten sind.
  5. Aufschmelzen und Wiederverarbeiten: Beim Aufschmelzen und Wiederverarbeiten entstehen durch Extrusion, Spritzguss oder Blasformen neue Formen.
  6. Granulierung: Teilweise wird das aufgeschmolzene Material abgekühlt und zu kleinen Granulatkörnern geschnitten, die als Rohstoff für neue Produkte dienen.

Theoretisch lässt sich nahezu jede Kunststoffart recyceln. Besteht ein Gegenstand jedoch aus mehreren Kunststoffarten oder ist er mit Lebensmitteln und anderen Stoffen verunreinigt, wird das Recycling schwierig und teuer. Auch der Betrieb einer Recyclinganlage erfordert erhebliche Investitionen. Organisationen wie unsere arbeiten kontinuierlich daran, diese Herausforderungen für eine bessere Zukunft zu überwinden.

Schauen wir uns deshalb an, welche Kunststoffnummern recycelbar sind.

Welche Kunststoffarten sind recycelbar?

Viele Menschen fragen sich, was die Recyclingnummern 1–7 bedeuten und welche Kunststoffe recycelt werden können. Wir betrachten die einzelnen Nummern und die dazugehörigen Materialien.

PET – Polyethylenterephthalat, Code 1

Polyethylenterephthalat, meist PET oder PETE genannt, gehört zu den am häufigsten recycelten Kunststoffen. Es steckt in zahlreichen Alltagsprodukten, von Wasser- und Erfrischungsgetränkeflaschen bis zu Verpackungen. Festigkeit, thermische Stabilität und Transparenz machen PET für viele Konsumgüterverpackungen geeignet.

Die Wiederaufbereitung ist vergleichsweise einfach und effizient. Gesammelte Flaschen werden gereinigt, in kleine Flakes zerkleinert und anschließend aufgeschmolzen, um neue Materialien herzustellen. PET kann diesen Prozess mehrfach ohne wesentlichen Qualitätsverlust durchlaufen. Das macht es für die Verringerung von Kunststoffabfällen und den Ressourcenschutz besonders wertvoll.

Historische Zahlen zu PET-Flaschen: In den USA betrug die Sammelquote für das Recycling 31,0 % im Jahr 2014, bezogen auf das Gewicht der für das Recycling verfügbaren Flaschen (ACC/APR-Bericht, veröffentlicht 2015, Tabelle 1). Für die EU28 im Jahr 2018 wurden 52 % der angefallenen PET-Flaschen als für das Recycling sortiert geschätzt, bereinigt um andere Materialien und Feuchtigkeit (Eunomia/PRE/Petcore-Bericht, veröffentlicht 2020, S. 12–13). Beide Werte betreffen Sammlung oder Sortierung, nicht die fertige Rezyklatmenge. Wegen unterschiedlicher Jahre und Methoden sind sie kein direkter Regionenvergleich.

PET ist weltweit der am häufigsten wiederaufbereitete Kunststoff, unterstützt durch eine weit verbreitete Sammel- und Verarbeitungsinfrastruktur.

Anwendungen von recyceltem PET:

  • Flaschen: Häufig werden daraus neue Flaschen – ein geschlossener Kreislauf, der Abfälle minimiert.
  • Textilien: PET-Fasern werden zu T-Shirts, Pullovern, Teppichen und Polsterstoffen verarbeitet. Ein konkretes Herstellerbeispiel liefert Neutral: Für das Kinder-Sport-T-Shirt R30001 in Größe 128/134 nennt das Unternehmen zehn PET-Flaschen mit je 750 ml. Der Stoff besteht aus 100% recyceltem Polyester (155 g/m²). Diese Angabe gilt für dieses Produkt, nicht als allgemeine Umrechnung.
  • Verpackungen: Dazu gehören aufklappbare Schalen für frische Lebensmittel und Speisen zum Mitnehmen.

Werden gebrauchte PET-Behälter recycelt statt deponiert, bleibt ihr Material für neue Anwendungen nutzbar und beansprucht keinen zusätzlichen Deponieraum. Wie groß die Volumeneinsparung ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie die Behälter verdichtet werden.

PET-Flaschen als häufiges Ausgangsmaterial im Kunststoffrecycling

HDPE – Polyethylen hoher Dichte, Code 2

HDPE ist für seine Robustheit und Schlagfestigkeit bekannt. Es wird deshalb häufig für Milchbehälter, Waschmittel- und Shampooflaschen eingesetzt. Neben Festigkeit und Langlebigkeit bietet es eine hohe Beständigkeit gegenüber hohen und niedrigen Temperaturen.

HDPE-Flaschen und -Behälter für Shampoo und Waschmittel als Recyclingbeispiele

HDPE ist nach PET der am zweithäufigsten recycelte Kunststoff – dank seiner breiten Verwendung und hohen Rückgewinnungsquote.

Gesammelte HDPE-Produkte werden gereinigt und zu kleinen Körnern oder Flakes vermahlen. Anschließend werden sie aufgeschmolzen und zu neuen Produkten geformt. Die Struktur von HDPE ermöglicht vielfältige neue Anwendungen ohne wesentlichen Qualitätsverlust.

In den USA wurden 2018 insgesamt 30,4 % der gebrauchten HDPE-Flaschen für das Recycling gesammelt, bezogen auf das Gewicht des für Flaschen verkauften Kunststoffs, einschließlich naturfarbener und eingefärbter Flaschen (ACC/APR, veröffentlicht 2019, Tabelle 1). Das ist eine Sammelquote, nicht die Ausbeute an fertigem HDPE-Rezyklat.

Anwendungen von recyceltem HDPE (rHDPE):

  • Behälter: Neue Behälter für Nicht-Lebensmittelprodukte wie Waschmittel und Shampoo.
  • Kunststoffprofile: Langlebiger Holzersatz für Terrassen, Zäune und Spielplatzgeräte.
  • Rohre: Rohrsysteme beispielsweise für Bewässerung, Entwässerung und sogar Gasverteilung. Festigkeit und Beständigkeit des Materials ermöglichen langlebige, zuverlässige Lösungen.

Recyceltes HDPE ersetzt in geeigneten Anwendungen Primärmaterial und kann gegenüber dessen Herstellung Treibhausgasemissionen verringern. Die tatsächliche Reduktion hängt vom Recyclingverfahren, der Energieversorgung und dem Umfang des Vergleichs ab.

Übersicht der Einsatzbereiche von HDPE-Rezyklat: Rohre, Flaschen, Kunststoffprofile und Automobilanwendungen

Die Grafik zeigt die inländischen Einsatzbereiche von HDPE-Flaschenrezyklat in den USA im Jahr 2018, keine Recyclingquoten sämtlicher HDPE-Produkte. Ihre neun Anteile entsprechen der Recyclerbefragung im ACC/APR-Bericht für 2018, veröffentlicht 2019, Abbildung 9.

PVC – Polyvinylchlorid, Code 3

PVC kommt in harter und weicher Form vor. Hart-PVC wird häufig für Rohre, Fensterrahmen und Fassadenverkleidungen verwendet, Weich-PVC für Kabel, Medizinprodukte und Kleidung. Diese Kunststoffart wird nicht häufig recycelt.

In den USA landet ein erheblicher Teil des PVC auf Deponien.

  • Herstellung und Entsorgung können schädliche Chemikalien einschließlich Dioxinen freisetzen, die für Umwelt und Gesundheit giftig sind.
  • PVC enthält oft Zusatzstoffe und Verunreinigungen, die das Recycling erschweren und die Qualität des Rezyklats verringern.
  • Viele Recyclinganlagen nehmen PVC wegen dieser Schwierigkeiten nicht an, was zu niedrigeren Recyclingquoten führt.

Bei unsachgemäßem Umgang kann PVC die Umwelt schädigen und während seines Lebenszyklus giftige Stoffe freisetzen.

Wird PVC recycelt, entstehen daraus beispielsweise Rohre, Formstücke, Bodenbeläge und Dachplatten.

Rohre aus PVC

LDPE – Polyethylen niedriger Dichte, Code 4

LDPE ist für Flexibilität und Beständigkeit bekannt. Typische Anwendungen sind Kunststofftaschen, Sechserträger-Ringe, verschiedene Behälter, Dosierflaschen und Verpackungsfolien. Seine geringe Dichte ermöglicht dünnere, flexiblere Produkte als etwa HDPE. Häufig wird das Material nur einmal genutzt.

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass LDPE nicht häufig recycelt wird:

  • Recyclinginfrastruktur: Das Recycling ist weniger verbreitet als bei PET oder HDPE. Viele kommunale Programme nehmen LDPE nicht an, weil es sich in Maschinen verfangen und Störungen sowie zusätzlichen Wartungsaufwand verursachen kann.
  • Wirtschaftlichkeit: Das geringe Gewicht und die niedrige Dichte machen Sammlung und Verarbeitung gegenüber schwereren Kunststoffen weniger wirtschaftlich. Die Kosten übersteigen häufig den Nutzen.
  • Verunreinigungen: Lebensmittelreste und andere Stoffe erschweren das Recycling und verringern die Rezyklatqualität.

Leider landet das meiste LDPE auf Deponien oder als Abfall in der Umwelt.

LDPE-Kunststofftasche mit Flaschen und Einwegbesteck als Beispiele für Kunststoffabfälle

Bei erfolgreichem Recycling kann LDPE jedoch in vielfältige neue Produkte überführt werden. Häufig entstehen Müllbeutel und Abfallsackauskleidungen. Auch Kunststoffprofile für Terrassen, Möbel und Spielplatzgeräte sind möglich. Das langlebige und vielseitige Material bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Holz.

Recyceltes LDPE wird außerdem für Verpackungsfolien eingesetzt, wenn flexible und leichte Verpackungslösungen benötigt werden.

PP – Polypropylen, Code 5

Polypropylen, kurz PP, ist vielseitig und langlebig. Widerstandsfähigkeit, hoher Schmelzpunkt und Beständigkeit gegenüber vielen chemischen Lösungsmitteln machen es für Verpackungen, Textilien, Automobilteile und Konsumgüter geeignet.

PP steckt in zahlreichen Alltagsprodukten. Wegen seiner Wärmebeständigkeit wird es für Joghurtbecher, Flaschenverschlüsse und Trinkhalme sowie für mikrowellen- und spülmaschinengeeignete Produkte verwendet. Weitere Anwendungen sind Seile, Thermounterwäsche und wiederverwendbare Einkaufstaschen. In Fahrzeugen kommt PP beispielsweise in Batteriegehäusen und Signalleuchten zum Einsatz.

Bunte Polypropylen-Flaschenverschlüsse als Beispiele für PP mit Code 5

Zur Wiederaufbereitung wird PP gesammelt, sortiert, gereinigt, aufgeschmolzen und zu neuen Produkten geformt. Trotz seiner weiten Verbreitung ist die Recyclingquote im Vergleich zu anderen Kunststoffen niedrig. Hauptgründe sind Komplexität und Kosten.

PP ist häufig mit Lebensmittelresten und anderen Stoffen verunreinigt, was den Prozess erschwert und die Qualität des Rezyklats verringert.

Die gründliche Reinigung und Verarbeitung kann PP-Recycling teuer machen. Dadurch ist es oft weniger wirtschaftlich als das Recycling anderer Kunststoffe.

Trotz dieser Herausforderungen wird recyceltes PP häufig für Automobilteile eingesetzt und senkt dort den Bedarf an neuen Rohstoffen. Industrielle Anwendungen umfassen Kunststoffpaletten, Behälter und Signalleuchten. In der Textilbranche entstehen aus PP-Recyclingfasern unter anderem Mehrwegtaschen und Teppiche.

PS – Polystyrol, Code 6

Polystyrol, kurz PS, ist vielseitig und kommt sowohl in fester als auch geschäumter Form vor. Die Anwendungen reichen von Lebensmittelbehältern bis zu Dämmstoffen.

Typische Produkte sind Einweg-Kaffeebecher, Kunststoffboxen, Besteck und Verpackungschips. Festes PS wird für CD- und DVD-Hüllen genutzt. Geschäumtes PS, häufig unter dem Markennamen Styrofoam bekannt, eignet sich für Wärmedämmung, Schutzverpackungen und leichte Architekturmodelle.

Lebensmittelbehälter aus Polystyrolschaum als Beispiel für PS-Anwendungen

Das Recycling von PS bringt mehrere Herausforderungen mit sich:

  • Vor allem Behälter sind häufig mit Lebensmittelresten verunreinigt. Das erschwert die Verarbeitung und mindert die Rezyklatqualität.
  • PS-Schaum ist sehr leicht und voluminös. Dadurch sind Transport und Verarbeitung ineffizient; das große Verhältnis von Volumen zu Gewicht erhöht Kosten und Aufwand.
  • Wie bei einigen anderen Kunststoffarten übersteigen Sammlung, Reinigung und Verarbeitung oft den Nutzen. Die Recyclingquote bleibt deshalb niedrig.

PS ist nicht biologisch abbaubar und kann Hunderte Jahre in der Umwelt verbleiben. Bei unsachgemäßer Entsorgung zerfällt es möglicherweise zu Mikroplastik, das Tiere und Ökosysteme schädigt.

Aus PS-Rezyklat können Bilderrahmen, Dämmplatten, Lineale und Schalen entstehen. Auch langlebige Baustoffe wie tragende Dämmplatten und Zementblöcke sind möglich. Leider ist dies selten.

Andere Kunststoffe – Code 7

Code 7 ist eine Sammelkategorie für Kunststoffe, die nicht unter die Codes 1 bis 6 fallen. Dazu gehören unter anderem:

  • Polycarbonat (PC)
  • Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS)
  • Nylon beziehungsweise Polyamid (PA)
  • Acryl beziehungsweise Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polylactid (PLA)
  • Polyurethan (PU)
  • Mehrschichtkunststoffe

Entsprechend vielfältig sind die Anwendungen. Polycarbonat wird etwa für langlebige Brillengläser, CDs und DVDs sowie große Wasserbehälter verwendet. Andere Materialien dieser Gruppe kommen in Automobilteilen, Medizinprodukten und verschiedenen Behältern vor.

Die Vielfalt erschwert standardisierte Recyclingprozesse. Jede Kunststoffart benötigt andere Handhabungs- und Verarbeitungstechniken. Wegen der aufwendigen und kostspieligen Trennung und Verarbeitung werden Code-7-Kunststoffe leider selten recycelt. Viele Produkte landen deshalb auf Deponien.

Es gibt einige seltene, innovative Anwendungen für Rezyklate dieser Gruppe. Polycarbonat lässt sich beispielsweise in neue Elektronikgehäuse, wiederverwendbare Wasserflaschen und Gewächshausbauteile überführen. Wegen Komplexität und Kosten sind solche Produkte jedoch selten.

Ocean Material berücksichtigt auch Materialien der Kategorie 7. Wir recyceln ABS, PC und PA6, damit diese komplexen Kunststoffe eine neue Verwendung finden, statt auf Deponien zu landen.

ABS – Acrylnitril-Butadien-Styrol

ABS zeichnet sich durch Festigkeit, Steifigkeit und eine glänzende Oberfläche aus. Dank seiner Langlebigkeit und Schlagzähigkeit wird es in vielen Konsumgütern eingesetzt.

Anwendungen von recyceltem ABS:

  • Elektronikgehäuse
  • Automobilteile
  • Langlebige Produkte wie Küchengeräte und LEGO-Steine

Es behält viele Eigenschaften des ursprünglichen ABS und eignet sich damit für robuste, zuverlässige Gegenstände.

PC – Polycarbonat

Polycarbonat ist ein zäher, transparenter Kunststoff mit hoher Schlagfestigkeit und optischer Klarheit. Es wird häufig dort eingesetzt, wo Beständigkeit und Transparenz wichtig sind.

Anwendungen von recyceltem PC:

  • Elektronische Komponenten
  • Mehrweg-Wasserflaschen
  • Baustoffe wie Dachplatten und Gewächshausverglasungen, bei denen Festigkeit und Transparenz gefragt sind

PA6 – Polyamid 6 beziehungsweise Nylon 6

PA6 ist ein vielseitiger technischer Kunststoff mit hoher Festigkeit, Zähigkeit sowie Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit. Er ist in Textilien und Industrieanwendungen verbreitet.

Anwendungen von recyceltem PA6:

  • Automobilteile: Bauteile im Motorraum und an der Karosserie
  • Industriekomponenten: Zahnräder und Lager
  • Textilien: Teppiche und Kleidung

Seine guten mechanischen Eigenschaften machen es für anspruchsvolle Anwendungen geeignet.

Die Kunststoffcodes 1–7 im Überblick

Die Übersicht der Recyclingnummern 1–7 hilft dabei, Kunststoffarten und typische Anwendungen einzuordnen. „Yes“ und „Rarely“ in der Grafik sind vereinfachte Angaben, keine Sortieranleitung für die örtliche Sammlung. Die Codes kennzeichnen Materialgruppen; sie garantieren weder die Recyclingfähigkeit eines konkreten Produkts noch dessen Annahme vor Ort, wie ASTM erläutert.

Übersicht der sieben Kunststoffcodes mit Anwendungen und Recyclinghinweisen

Recyclingcodes: die lesbare Übersicht

Code Materialgruppe Recyclingmöglichkeiten und Grenzen
1 PET / PETE – Polyethylenterephthalat Flaschenrecycling ist etabliert; Schalen gesondert prüfen.
2 HDPE – Polyethylen hoher Dichte Flaschenrecycling ist etabliert; andere Produkte brauchen passende Wege.
3 PVC – Polyvinylchlorid Rohre und Profile benötigen spezialisierte Sammlung und Verarbeitung.
4 LDPE – Polyethylen niedriger Dichte Folien brauchen geeignete Sammlung; sie können Sortiermaschinen verstopfen.
5 PP – Polypropylen Annahme von Behältern, Verschlüssen und anderen Produkten gesondert prüfen.
6 PS – Polystyrol, auch als Schaum Begrenzte Schaumsammlung; spezialisierte Recyclingwege sind vorhanden.
7 Andere – etwa PC, ABS, PA, PMMA, PLA und Mehrschichtmaterialien Sammelgruppe, kein einzelner Kunststoff: zuerst das Material bestimmen.

Die Tabelle ergänzt die Anwendungsbeispiele der Grafik. Neben der Kunststoffart zählen Produktgestaltung, Verunreinigungen und die örtlichen Anlagen. Die praktischen Hinweise der EPA erläutern unterschiedliche Sammelregeln; kompostierbare Kunststoffe gehören nicht ins herkömmliche Kunststoffrecycling.

Fazit

Auch wenn Kunststoffrecycling noch nicht so weit entwickelt ist wie Metall- und Glasrecycling, werden jedes Jahr deutliche Fortschritte erzielt. Weiterentwickelte Technologien und ein wachsendes Umweltbewusstsein sind entscheidend für die Gesundheit und Nachhaltigkeit unseres Planeten.

Ocean Material setzt sich dafür ein. Wir recyceln unterschiedliche Kunststoffe, darunter anspruchsvolle Materialien der Kategorie 7 wie ABS, PC und PA6. So werden aus Abfällen wertvolle Ressourcen für eine nachhaltigere Zukunft.

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